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Geschichte

 

History

Geburt der Praktiflex - Idee und Entwicklung   Birth of the Praktiflex - Idea and Development
Produktion bis Kriegsende   Production until the end of the war
Produktion nach Kriegsende   Production after the end of the war
Praktiflex II - erster Prototyp   Praktiflex II - a first Prototype
Geburt der Praktiflex II - Idee und Entwicklung   Birth of the Praktiflex II - Idea and Development
Weitere Produktion und Ende der Praktiflex   Furthur Production and the end of the Praktiflex
     

An dieser Stelle möchte ich einen allgemeinen Überblick über die Geschichte der Praktiflex geben. Technische Details sollen hier weitestgehend unberücksichtigt bleiben. Die Abhandlung dieses Themas erfolgt unter den Rubriken Praktiflex I und Praktiflex II.

 

On this web page I want to give a short overview of the history of the Praktiflex cameras. But this is not a place for a lot of technical Details. They will be described on the pages named Praktiflex I and Praktiflex II.

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Geburt der Praktiflex - Idee und Entwicklung

 

Birth of the Praktiflex - Idea and Development

Im Jahre 1936 wurde auf der Leipziger Frühjahrsmesse die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera der Welt – die Kine-Exakta - vorgestellt. Es hatte mit der Leica und der Contax bereits erfolgreiche Messucherkameras mit diesem Bildformat gegeben. Auch die zweiäugige Spiegelreflexkamera Contax für das Kleinbildformat war seit 1935 erhältlich. Die Produktion der Kine-Exakta als einäugiger Spiegelreflextyp lief jedoch anfangs nur schleppend an. Mit einem Preis von 200 - 395 RM (je nach Objektiv) lag der Preis für Amateure wohl in unerreichbaren Regionen.

 

On the spring fair of 1936 in Leipzig the first single lens reflex camera for the 24x36mm film format - teh Kine-Exakta - was introduced to the world. At that time, two very successful rangefinder cameras called Leica and Contax exists for that kind of film. Even a twin lens reflex camera was indroduced by Zeiss Ikon a year ago. This was the 35mm Contax TLR. In the beginning, the production of the Kine-Exakta as single lens reflex camera started very slowly. With its price somewhere between 200 and 395 RM (depending on the lens), the camera seems unreachable for photo amateurs.

 
Kine-Exakta 24x36 - 1936   Praktiflex I - Version 3 - 1940 (#1272)

Obwohl die Produktion der Kine-Exakta anfangs nur langsam begann, erkannte Benno Thorsch, Inhaber der „Kamerawerkstätten Guthe und Thorsch“, bereits das enthaltene Potential. Seine Idee war es, eine Spiegelreflexkamera mit weniger aufwendiger Technik zu schaffen und diese zu einem günstigeren Preis zu vermarkten. So initiierte er im Jahr 1937 die Entwicklung der Praktiflex. Die technische Leitung übernahm der Konstrukteur Alois Hoheisel.

Leider konnte Thorsch die Verwirklichung seiner Idee nur noch aus der Ferne beobachten. Als Jude fühlte er sich im nationalsozialistischen Deutschland nicht mehr sicher und tauschte die Kamerawerkstätten gegen eine Firma von Charles A. Noble ein. Daraufhin emigrierte er nach Amerika. Noble führte ab 1938 die Firma aus Niedersedlitz unter dem neuen Namen „Kamera-Werkstätten Charles A. Noble“. Unterdessen wurde die Entwicklung der Praktiflex fortgesetzt.

Auf der Leipziger Frühjahrsmesse wurde im Jahr 1939 dann endlich ein Prototyp (Version 1) der Praktiflex vorgestellt. Eine Abbildung dieses Prototyps war in der Zeitschrift „Die photographische Industrie“ vom 29. März 1939 zu sehen. Dieses Foto wurde ebenfalls für einen Flyer der Kamera-Werkstätten verwendet. Die Praktiflex war die dritte Kleinbild-Spiegelreflexkamera dieser Art und weltweit die erste Kamera mit einem einfachen Rückschwingspiegel. Ihr Preis lag, im Gegensatz zur Kine-Exakta, je nach Ausstattung zwischen 98 (mit Victar-Anastigmat 3,5/5cm) und 290 Reichsmark (mit Biotar 2/5cm). In der linken Abbildung ist eine Auflistung zu finden, die in einem Kamerakatalog von 1940 enthalten war [0005].

 

Although the production of the Kine-Exakta began very slowly, Benno Thorsch, owner of the "Kamerawerkstätten Guthe und Thorsch", realized its power for the photo industry. His vision was to create a less technical and easier to build single lens reflex camera, which he could offer for a much lower price. So he initiates the development of the Praktiflex. The work on the camera started back in 1937. The technical director became Alois Hoheisel.

Sadly, Benno Thorsch was only able to observe the realisation of his idea from a far. As a jewisch born people he didn't felt save in the Nazi germany anymore and exchanged the "Kamerawerkstätten" with a company of Charles A. Noble. Then he emigrated to the united states of america. Noble lead the company that was situated in Niedersedlitz since 1938 and renamed it to "Kamerawerkstätten Charles A. Noble". In the meantime the development of the Praktiflex camera continued.

Finally, the prototype of the Praktiflex (version 1) was introduced at the spring fair of 1939 in Leipzig. A picture of this camera was printed in the magazine "Die photographische Industrie" of the 29th of march 1939. This picture was used also in a promotional flyer of the "Kamerawerkstätten". After the "Kine-Exakta" and the russion camera "Sport", the Praktiflex was the third single lens reflex camera for the 24x36mm film format. It was the first camera in the world that uses an instant return mirror. Its price reaches from 98 RM with a Victar 3,5/5cm to 290 RM with a Carl Zeiss Biotar 2/5,8cm lens. In the left picture, a price list is shown that was printed in a camera catalogue of 1940 [0005].

 
Prototyp Praktiflex I Version 1 - 1939   Preisliste/Prices - 1940
Charles A. Noble hatte mit der Entwicklung der Kamera selbst nichts zu tun, wohl aber mit deren durchaus erfolgreichen Vermarktung in den folgenden Jahren. Am 14.04.1939 wurde der Name der Kamera als Markenzeichen unter der Nummer 514.777 angemeldet und schließlich eingetragen. Mit dem Ende des Krieges verlor es allerdings seine Gültigkeit. Es wurden zur Praktiflex keine weiteren Patente angemeldet. Das ist sicher ein Indiz dafür, dass die Kamera keine bahnbrechenden Neuerungen zu bieten hatte.   Charles A. Noble did not relate to the development of the camera itself but with the later very successful promotion of it during the following years. On April the 14th in 1939, the name of the camera was registerd as a trademark under the number 514.777. With the end of the second world war, as law changed, this right was lost. There were no other patents given to the company that relates to the Praktiflex cameras. Even this was a sign, that there were no groundbreaking inventions during the development of the camera.
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Produktion bis Kriegsende

 

Production until the end of the war

Nach der Vorstellung der Kamera auf der Frühjahrsmesse 1939 dauerte es immer noch einige Monate, bis diese von der Öffentlichkeit erworben werden konnte. In einem Artikel der Zeitschrift „Der Photofreund“ vom 20. Oktober 1939 wurden die Testergebnisse präsentiert, die vom zugehörigen Laboratorium ermittelt wurden. Die in der Zeitschrift abgebildete Kamera entspricht bereits dem Prototyp der 2. Version (nach Alexander Schulz). Anfang 1940 waren dann auch erste Werbeanzeigen in den Fachblättern von Deutschland und den Niederlanden zu finden (z.B. „Der Fotobeobachter“). Seit März 1940 war die Praktiflex dann auch in den USA über die Firma „Burleigh Brooks“ erhältlich. Nach einem Schreiben der Firma konnte man sie bereits kaufen, allerdings wurden die Kameras zu spät geliefert und so erfolgte die Aufnahme erst in die darauf folgenden Kataloge.

Während der Verkauf der Praktiflex langsam ins Rollen kam, war der Zweite Weltkrieg bereits im Gange. Anfangs war davon noch nicht viel zu spüren. Aufgrund der mangelnden Rohstoffversorgung und der steigenden Rüstungsproduktion wurden immer wieder Änderungen an der Kamera vorgenommen. So war deren Weiterentwicklung wohl oft nur ein Kompromiss. Die Produktionszahlen gingen in der gesamten Photoindustrie zurück und kamen schließlich fast vollends zum erliegen. Auch die Kamerawerkstätten blieben von diesem Schicksal nicht verschont.

 

After the introduction of the camera at the spring fair of Leipzig in 1939, it still took some months until the company was able to ship the first cameras to their customers. Only then the interested people were able to buy one of them. In an article of the magazine "Der Photofreund", that was published on the 20th of october in 1939, some test results were given, that the magazines laboratory has ascertained. The pictures, that relates to that article, already showed the prototype of the second version (by Alexander Schulz). Only at that time, the first promotion articles could be found in the catalogues of some sellers in germany and the netherlands. Since march 1940, the camera was available in the united states, too. It was sold by the company "Burleigh Brooks". The cameras arrived very late and so the Praktiflex was shown in the catalogues only with the issues after that month.

While the selling rates of the Praktiflex slowly increases, the second world war became much heavier. In the beginning of that time, the impacts of it were not yet recognizable. Because of the lack of materials and the increasing defence production, the look of the camera changed very often. So, the further development of the Praktiflex seems to be often more of a compromise. Slowly, Germanys photographic industry recognizes decreasing production quantities until nearly no photographic equipment was made. The "Kamera-Werkstätten" were no exception to the rule.

 
Produktion/Production Praktiflex I - 1946   Prototype Praktiflex I Version 2 - 1939
Unter widrigen Bedingungen wurden so nach Schätzungen bis zum Ende des Krieges etwa 13500 Kameras gefertigt. Um Devisen zu beschaffen wurden diese während der harten Kriegsjahre größtenteils in das Ausland verkauft. Die Umstände bis 1946 führten dazu, das die Kamera bereits in 12 verschiedenen Versionen (nach Schulz) vorlag.   Until the end of the second world war, nearly 13.500 cameras were made. This number is only a guess. Surely, that they were made under really bad conditions. Until the end of the war, they were mainly sold to foreign countries. The money was essential to germany. All of these circumstances lead to 12 different versions of the Praktiflex.
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Produktion nach Kriegsende

 

Production after the end of the war

Mit dem Bombenangriff auf Dresden in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurden weite Teile der Stadt in Schutt und Asche gelegt. Viele große Hersteller der Fotoindustrie waren von den massiven Schäden betroffen. Durch die örtliche Lage der Kamerawerkstätten blieben ihr diese allerdings weitestgehend erspart. Charles A. Noble und sein Sohn John wurden nach Kriegsende festgenommen. Die noch aus 60 Mann bestehende Belegschaft musste aus ihrer Mitte einen provisorischen Geschäftsführer wählen und man begann, die Produktion mit den noch verfügbaren Materialien wieder aufzunehmen.

Nach Kriegsende wurden Verträge zwischen den Landesregierungen und der SMAD (Sowjetische Militäradministration) abgeschlossen. Sachsen bildete hier keine Ausnahme. In diesen Verträgen wurde festgelegt, in welcher Form die Reparationszahlungen Deutschlands an die Besatzungsmächte zu erfolgen haben. So sollten die Kamerawerkstätten bis Ende 1945 (innerhalb von 6 Monaten) bereits 25.000 Kameras an Russland liefern. Dies war unter den gegebenen Bedingungen nicht realisierbar. Es wurden lediglich 1420 Kameras fertiggestellt und ausgeliefert. Prüfungen ergaben jedoch, dass diese Kameras mehr als unzuverlässig waren. Die Teile waren schlecht justiert, die Verschlusszeiten waren zu ungenau und es gab immer wieder Probleme mit den Materialien. Daraufhin beschwerte sich die SMAD bei der Landesregierung, woraufhin der damals 27-jährige Siegfried Böhm, zu dieser Zeit beschäftigt bei Zeiss Ikon, als neuer technischer Leiter nach Niedersedlitz versetzt wurde. Er nahm seine Tätigkeit am 12. Januar 1946 auf.

 

During the night from the 13th to the 14th of febuary in 1945, wide parts of Dresden were badly destroyed by the bombs of the allied planes. Many companies of photographic equipment were affected by the massive damages. Because of the local position of the "Kamera-Werkstätten", good luck lead to nearly no destruction on the site in Niedersedlitz. Charles A. Noble and his son John got arrested after the end of the war. The remaining 60 employees of the company had to vote for a new manager out of their own rows. They slowly began to re-establish the production of Praktiflex cameras with the remaining materials.

After the war was over, a lot of contract were made between the local gouvernments and the soviet military administration (SMAD). Saxonia was no exception to the rule, here. In these contracts, the reparation donations were gouverned, that germany had to pay to the other occupation forces. So the "Kamera-Werkstätten" must ship 25.000 cameras to russia within the following 6 months until the end of 1945. With the current conditions, this was clearly impossible. Only 1420 cameras were made and shipped during that time. But tests revealed, that these pieces were unreliable. The parts were badly adjusted, the shutter speeds were inaccurate and often there were other problems with the used materials. Because of that, the SMAD complained about these conditions by the saxonian gouvernment. As a result, the 27 year old constructor Siegfried Böhm, that was currently employed by Zeiss Ikon, became the new technical manager of the "Kamera-Werkstätten Niedersedlitz". He started his work on the 12th of january in 1946.

 

Bilder von Dresden nach dem 14. Februar 1945   Pictures of Dresden after the 14th of febuary 1945

Böhm schätzte die vorherrschenden Bedingungen als schlecht ein. Es gab nur unvollständige Konstruktionszeichnungen, die Zulieferer fertigten zum Teil nach vorhandenen Mustern und es gab nur ungenügend Arbeits- und Montageanleitungen. Böhm begann, die vorhandenen Arbeitsabläufe zu optimieren und erreichte eine gewisse Steigerung der Produktion. So wurden von der Markteinführung bis 1946 insgesamt etwa 35.000 Praktiflex-Kameras gefertigt.

Aufgrund eines Volksentscheides wurden die Kamera-Werkstätten Charles A. Noble 1946 zusammen mit etwa 1000 weiteren Betrieben der Rüstungsindustrie enteignet und unter die Verwaltung der Landesregierung Sachsen gestellt. Gefertigt wurde fortan unter dem Namen „VEB Kamera-Werke Niedersedlitz“

 

Böhm thought, that the existing conditions were really bad. There only were incomplete construction drawings, the suppliers produce their products mainly by copying samples and there were only a few work instructions to assemble the cameras. Böhm began to optimize the workflows and as a result the production quantities increases slowly during the next months. Since the introduction of the first prototype, averall 35.000 cameras had left the site until the end of 1946.

Based on a plebiscite, the "Kamera-Werkstätten Charles A. Noble", along with nearly another 1000 companies of the defence production became now a public property that was ruled by the saxonian gouvernment. Now, it produces under the new name "VEB Kamera-Werke Niedersedlitz".

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Praktiflex II - erster Prototyp

 

Praktiflex II - a first Prototype

Nachdem 1940 der Verkauf der Praktiflex angelaufen war, wollte Charles A. Noble gezielt in ein professionelleres Marktsegment vordringen. Er veranlasste deshalb die Weiterentwicklung der Praktiflex und so wurde im Jahr 1941, ebenfalls auf der Leipziger Frühjahrsmesse, ein weiterer Prototyp mit erweitertem Funktionsumfang präsentiert. Die wichtigsten Neuerungen waren ein zusätzliches Langzeitenwerk für Belichtungszeiten zwischen 1s und 1/10s, ein in die Bodenmutter eingebauter Blitzanschluss und ein Vorlaufwerk mit 13s Laufzeit. Der Auslöser wurde auf die Frontseite der Kamera verlegt. Prototypen dieses Modells müssen existiert haben. Eine Abbildung in „Die Photografische Industrie“ (Heft 39/1941) und ein erhaltenes Messe-Werbeblatt sind wohl die beiden einzigen noch existierenden Abbildungen dieses Prototyps. Bereits mit der Messepräsentation wurde die Kamera für den Kauf beworben. Wahrscheinlich bedingt durch die aktuellen Kriegsereignisse kam eine Serienfertigung jedoch nicht mehr zustande.

 

Short after the first Praktiflex cameras were sold in 1940, Charles A. Noble wanted to reach a more professional market. So he initiates a further development of the Praktiflex. At the spring fair of 1941 in Leipzig, a prototype of a new Praktiflex II was introduced to the world. It has a lot more functions that were especially interesting to the more professional photographers. The most important ones were a second time selection wheel for longer exposure times between 1s and 1/10s, a flash contact in the screw at the bottom and a self timer with a range of 13s. The shutter release button was now positioned at the front of the camera. There must have existed at least one of those prototypes. A picture in the magazine "Die Photografische Industrie" (issue 39/1941) and a fair flyer seems to contain the only existing images of this camera. With it's presentation, the new Praktiflex was even promoted. Propably the happenings of the second world war were responsible, that this prototype was never produced in a batch fabrication.

 

Prototype Praktiflex II - 1941

 

Siegfried Böhm / Brochure Praktiflex II - 1941

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Geburt der Praktiflex II - Idee und Entwicklung

 

Birth of the Praktiflex II - Idea and Development

An dieser Stelle springen wir zurück in das Jahr 1946. Nachdem Siegfried Böhm die Leitung in Niedersedlitz übernommen hatte, musste er feststellen, dass eine Serienproduktion der Praktiflex I nicht sinnvoll möglich war. Die fehlenden Zeichnungen und Anleitungen der Kamera sowie die mangelnde Qualität der zugelieferten Teile aufgrund der Fertigung nach Mustern führte immer wieder zu Problemen. Auch konstruktive Details ließen eine Produktion in großem Stil nicht zu und die Lösung der daraus folgenden Probleme nahm immer wieder Zeit in Anspruch. Deshalb entschied Böhm, den Prototyp der Praktiflex II zu überarbeiten. Alois Hoheisel war bereits krankheitsbedingt aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Im Zuge der Vereinfachung der Produktion entschied Böhm, das Prinzip des Rückschwingspiegels aufzugeben. Dieses lief wohl bei dem Prototypen von 1941 bereits über eine Federmechanik und war so nicht mehr an den Auslöser gekoppelt. Böhm setzte eine Aluminiumguss-Bildbühne ein, um die Genauigkeit der Fokuseinrichtung zu erhöhen. Weiterhin wurde die Auslösemechanik überarbeitet. Die finale Praktiflex II war geboren.

Auf Vorschlag von Prof. Klughardt des Wissenschaftlich-Photographischen Institutes in Dresden wurde das Objektivgewinde auf M42x1 vergrößert und das Auflagemaß auf 45,5mm erhöht. Dies sollte Vignettierungen bei langbrennweitigen Objektiven vorbeugen. So wurden ab 1948 beide Objektivgewinde parallel in der Praktiflex II verbaut. Dies sollte die Photoindustrie über Jahrzehnte verändern. Selbst heute werden noch/wieder Objektive mit diesem Gewinde produziert. Ein Beispiel sind die neuen Optiken von Meyer Optik Görlitz.

 

At this place, we need to go back to 1946. After Siegfried Böhm became the new manager in Niedersedlitz, he recognized, that a mass production of the Praktiflex was not able under the existing conditions. The missing construction drawings and work instructions of the camera and the bad quality of the ordered parts because of the production by copying samples, again and again lead to occuring problems. Even details of how the Praktiflex was designed didn't benefit the mass production. As a result, the solution of such problems make a draft on the valuable time. For that reason, Böhm decided to redesign the existing prototype of the Praktiflex II. Because of a bad desease, Alois Hoheisel has already left the "Kamera-Werkstätten".

During the optimization of the production, Böhm decided to discard the concept of the instant return mirror. Propably, this one already uses the newer spring mechanism of later camera models and was not coupled with the shutter release button anymore. Böhm used a die casting film gate to increase the accuracy of the focal mechanism. He also changed the release mechanism to a simpler construction. The final Praktiflex II was born.

As recommendation of Prof. Klughardt, who works for the scientific-photographical institute in Dresden, the lens screw mount was changed to M42x1 with a flange back distance of 45,5mm. This step should prevent vignetting while using longer lenses. Since 1948, the Praktiflex II was made with both screw mounts simultaneously. This step should change the photographic industrie for several decades. Even today, there were lenses made with this type of mounting. As an example i'd like to mention the very new optics of Meyer Optik Görlitz.

 

Praktiflex II Version 15 - M40x1   Praktiflex II Version 16 - M42x1
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Weitere Produktion und Ende der Praktiflex

 

Further Production and end of the Praktiflex

Böhm legte viel Wert darauf, dass sich die durchzuführenden Arbeiten einfach realisieren lassen. Nach den ersten durchgeführten Änderungen wurden 1946 bereits 6700 Kameras gefertigt. Diese Zahl konnte im Jahr 1947 sogar auf 13500 Stück gesteigert werden. Bis zum Ende der Praktiflex-Produktion 1949 verließen insgesamt etwa 69000 Exemplare in 16 verschiedenen Versionen (nach Schulz) das Dresdener Werk.

Die erreichten Produktionszahlen waren der SMAD jedoch immer noch zu wenig. Daraufhin konstruierte Siegfried Böhm eine völlig neue Kamera, die in einer Vollmacht an ihn noch als „Praktiflex III“ bezeichnet wurde [0005]. Diese Kamera ist heute jedoch besser bekannt unter dem Namen „Praktica“, deren Geschichte jedoch an anderer Stelle zu erzählen bleibt. Mit dieser Kamera endete nach nur 10-jähriger Produktion die Ära der Praktiflex.

 

It was important to Böhm, that there was a good performance of the production tasks. After his first changes in the workflow, the "Kamera-Werkstätten" produces 6700 cameras in 1946. This number increases to 13.500 in the following year 1947. Until the end of the Praktiflex production in 1949, nearly 69000 pieces had left the site in Niedersedlitz. They were ordered into 16 different versions by Alexander Schulz.

The reached production quantities still were not enough for the SMAD. For that reason, Siegfried Böhm decided once again to design a completely new camera, that was described in an authority of the company management as "Praktiflex III" [0005]. Today, this camera is better known under the name "Praktica", whose story needs to be told in another place. With this new camera, the era of the Praktiflex ends after only 10 years of production.

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